Achtelfinale ODDSET-Landespokal Thüringen 2001/2002
27.Oktober 2001
SV Germania Ilmenau vs. FSV Schmalkalden
nach Elfmeterschießen

Torfolge:
0 : 1   Plötner (3.)
1 : 1   Bangura (41.)
2 : 1   Alexy (56.)
3 : 1   Schneider (63.)
3 : 2   Plötner (81.)
3 : 3   Plötner (86.)

Elfmeter-Schießen:
1.SchussKaiser scheitert an Torhüter Fabig
2.Schuss4:3 Alexy
3.Schuss4:4 Thrum verwandelt für Schmalkalden
4.Schuss5:4 Schneider trifft
5.SchussMatejicek scheitert auch an Fabig
6.Schuss6 : 4 Huck verwandelt für den Gastgeber
7.SchussPlötner´s Elfer hält Fabig erneut

Schiedsrichter:   Wenkel (Reiser)
Zuschauer:   80
Besondere Vorkommnisse: keine

Spielbericht Lars Lützkendorf (Schmalkalden)

Spielbericht aus Ilmenau

Fabig meisterte drei Elfer

(hovo / TA). Horst Brückner, der Trainer Wieland Kühn vertrat, machte seiner Elf für die hohe Einsatzbereitschaft ein großes Kompliment. Ja, nach einer Zittereinlage, die nach der 3:1-Führung zum 3:3 führte, raufte sich Ilmenau wieder zusammen, gewann durch Elfmeterschießen verdient mit 6:4 und schafften damit den Sprung ins Viertelfinale.
Dabei war der Start der Ilmenauer weniger verheißungsvoll. Jäger spurtete auf der rechten Seite nach vorn und seinen Flankenball fast von der Grundlinie lenkte der frei stehende Plötner aus Nahdistanz zum 0:1 (3.) ins Tor. Hinzu kam, dass Jörg Baranowski verletzt ausschied (10.). Aber nach anfänglichen Schwierigkeiten fand Ilmenau zum Spiel und erkämpften sich leichte Vorteile. Bangura spielte Schneider an, dessen Heber senkte sich auf die Latte des Gästetores (16.). Hucks Freistoß von links meisterte Gästekeeper Werner (21.). Danach tauchte Jäger frei vorm Ilmenauer Tor auf, schoss aber am Pfosten vorbei (28.). Nach Doppelpass mit Alexy zischte ein Schrägschuss Schneiders knapp übers Gästetor (34.). Nachdem der ein enormes Laufpensum absolvierende Bangura am herauslaufenden Keeper Werner gescheitert war (40.), setzte er sich gegen Forch durch und egalisierte auf 1:1 (41.). Kurz darauf kreuzte Jäger frei vor Fabig auf, der dessen Schuss mit toller Fußabwehr (43.) ebenso parierte wie ein Geschoss von Zentgraf Metern (45.).

Nach der Pause leitete Alexy einen Angriff ein und vollendete die Kombination mit dem 2:1 (57.). Nach herrlichem Pass von Huck marschierte Schneider in Richtung Tor und erhöhte mit Schrägschuss auf 3:1 (63.). Nach weiteren hochkarätigen Torchancen von Dobrocki (70.), Schneider (73.) und Bäuerle (77.) ließ Fabig auf der Gegenseite das nasse Leder nach einem Schuss Plötners zum 2:3 durch die Hände gleiten (81.). Alexys Schuss wehrte Keeper Werner ab und der Nachschuss ging knapp am leeren Tor vorbei (83.). Bei einem weiteren Gästeangriff brachten die Ilmenauer den Ball nicht aus der Gefahrenzone und abermals war es Plötner, der auch zum 3:3 traf (86.). Dabei blieb es auch in der Verlängerung.

Beim Elfmeterschießen wuchs Lars Fabig im Germaniator erneut über sich hinaus, meisterte die Elfmeterbälle von Buberl, Matejicek und Plötner in großartiger Manier. Bei einem Gegentor Thrums machten dagegen Alexy, Schneider und Huck den Pokalerfolg perfekt.

Der SV Germania Ilmenau spielte mit:
Fabig - Wedekind - Huck - Alexy - Baranowski - Schneider - Wettengel - Dobrocki - Werner - Bangura -Geyer.

Der FSV Schmalkalden spielte mit:
Werner - Buberl - Gebauer - Zentgraf - Möller - Keiser - Thrum - Plötner - Hohlfeld - Jäger -Forch.




Spielbericht Lars Lützkendorf (Schmalkalden)

Germanias Keeper Fabig avancierte zum Held des Tages

Im alles entscheidenden Duell vom ominösen Punkt, entschärfte er gleich drei Elfer und führte sein Team nach beherzter Leistung in die nächste Runde.
Ein Hammerspiel im Hammergrund ? Spielerisch, nicht ganz. Egal, dafür sahen die bei Schmuddel Wetter spärlich erschienenen Zuschauer einen spannenden Pokalkrimi in dessen Spielzeit einige Schmalkaldner Darsteller( Höherklassig immerhin !) leider nur Nebenrollen besetzten. Dabei erwischten die Gäste den denkbar besten Start.
Bereits nach drei Minuten bringt Plötner mit seinem Treffer, nach mustergültiger Vorarbeit von Hohlfeld über die rechte Seite, die Gäste in Front. Ilmenau wirkte zunächst eingeschüchtert, steigerte sich jedoch von Minute zu Minute und gestaltete die Partie zunehmend offener. Der Landesligist wirkte in der ersten Hälfte zwar leicht optisch überlegen, hatte aber mit den agilen Stürmern Bangura und Schneider ( Lattenschuß in der 20. Min) speziell im Abwehrbereich seine liebe Mühe und Not. "Perle" Bangura nutze schließlich in der 44. Minute gnadenlos die Chance mit seinem plazierten Schlenzer aus 20 Meter vorbei an Tormann Werner zum 1:1 Ausgleich.
Vorausgegangen war Forchs "Klops" in der eigenen Hälfte ( vertändelt völlig überflüssig das Leder). Jäger auf Seiten der Gäste besaß die Riesen Möglichkeit seine Elf praktisch im Gegenzug wiederum in Führung zu schießen, scheitert jedoch aus spitzen Winkel an Keeper Fabig.

Nach dem Pausentee rackerte zunächst nur eine Mannschaft, Ilmenau. Wie heißt es so schön ? Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Von einem Klassenunterschied war nix zu sehen. Innenverteidiger Alexy schließt einen seiner permanenten Vorstöße in der 57. min zum 2:1 für die Platzherren ab. Der "Mann an der Linie" übersah allerdings in dieser Szene eine Glockenklare Abseitsstellung des Schützen.
Fehlentscheidung hin oder her, Thüringens U 19 Auswahlspieler Chris Schneider drückte in der 63. Min, nach Vorlage Huck, die Kugel zum 3:1 über die Linie. Fast so etwas wie eine Vorentscheidung. Dachte man.
In der Folgezeit verpasste es der Landesklassenvertreter den Sack endgültig zu zubinden. Besser wär's gewesen, denn es gab da noch einen in den Reihen der Gäste der an diesem Nachmittag dem Niveau eines Landesliga Spielers gerecht wurde. Plötner erzwang mit seinem zweiten und dritten Treffer in kürzester Zeit (81. Min und 86. Min) doch noch die Verlängerung die jedoch Torlos verlief. Die Spannung wuchs und alles zitterte dem Elfmeterschießen entgegen. Keine dankbare Aufgabe für diejenigen die zum Punkt geladen werden. Ilmenau vielleicht mit dem psychologischen Vorteil aus der Begegnung der 2. Hauptrunde in der sie Hinternah bereits per Strafstoßschießen eliminieren konnten.

Nachdem Alexy, Schneider bzw. Huck für die Einheimischen cool versenkten und Buberl, Matejicek und Plötner an "Elfer-Killer" Fabig scheiterten, war alles klar: Schmalkalden erlebte erneut sein himmelblaues Pokalwunder, nachdem man ja bereits vor zwei Jahren gegen die Wieland - Schützlinge auf eigen Platz aus dem Pokal geballert wurde.

Trainer Bodo Meißner zeigte sich nach der Begegnung sichtlich verärgert und resümierte mit den Worten:
»Kompliment an Ilmenau, die Leistung meiner Jungs war alles andere als zufriedenstellend.«